Checkliste Lichtplanung - die 5A der Lichtplanung (detailliert)

Die 5A der Lichtplanung = Hilfestellung zur Strukturierung des Lichtlösungsentwurfs
- ANFORDERUNGEN an die Beleuchtung
- AUSWAHL von Lichtquellen, Leuchten und Lichtmanagement
- ANZAHL der Leuchten berechnen
- ANORDNEN von Leuchten und Lichtsteuerung
- ANGEBOT an den Kunden

Die Erfassung dieser Aufgabenstellung erlaubt in der Folge die saubere Erarbeitung einer durchdachten Lichtlösung basierend auf den Gütemerkmalen der Beleuchtung und den projektspezifischen Anforderungen.

Erfahrungsgemäss wird meist dem ersten A "Anforderungen an die Beleuchtung" zu wenig Beachtung geschenkt.

Die nachfolgend Checkliste soll dem Nutzer helfen die entscheidenden Fragen zur Grundlagenermittlung zu stellen!
 

Anforderungen an die Beleuchtung überprüft (Ja/Nein)
 
Rahmenbedingungen
Raumnutzung  
Raumgrösse und -höhe  
Deckenkonstruktion  
Reflexionsgrade  
Fensterflächen  
Türen, Durchgänge, Verkehrswege  
Bereiche unterschiedlicher Tätigkeiten  
Anordnung und Material des Mobiliars  
Schutzarten (Fremdkörper und Feuchtigkeit)  
Schutzklassen (Elektrik)  
chemische Einflüsse  
Brandschutz  
Not- und Sicherheitsbeleuchtung  
Grenzwerte für Energieverbrauch (kWh/Jahr)  
maximaler Anschlusswert (W/m2)  
Budget für die Erstinstallation  
 
Auswahl von Lampen, Leuchten und Lichtmanagement überprüft (Ja/Nein)
Lampentyp  
Leuchtenfamilie und -typ  
Lichtmanagementfamilie und Module  
 
Anzahl der Leuchten berechnen überprüft (Ja/Nein)
überschlägig  
detailliert  
Planungsbedingungen (Wartung, Reflexion)  
 
Anordnen von Leuchten und Lichtsteuerung überprüft (Ja/Nein)
Bauliche Gegebenheiten  
Orientierung (Reflexe und Blendung vermeiden)  
Abstände zwischen den Leuchten (Gleichmäßigkeiten)  
Randzonen  
Ausrichtung  
Technische Infrastruktur (Verteiler, Klemmraum, …)  
Lage der Bediengeräte  
Not- und Sicherheitsbeleuchtung  
 
Allgemein – Sanierung von Beleuchtungsanlagen
Die folgende Auflistung gibt Anhaltspunkte für die Diskussion mit dem Kunden. Die genannten Potenziale vergleichen heutige, moderne Möglichkeiten für Lichtlösungen mit dem technischen Stand vor ca. 15 Jahren. Im Projekt müssen die realen Einsparungen in der Planungsphase exakt berechnet werden. Die Einsparungen gelten nur für den Einzelfall. Bei Anwendung mehrerer Massnahmen ergänzen sich diese, ohne dass sich die Werte addieren.
 
1. Einsparung von Energie, CO2 und Kosten Potenzial
Moderne Materialien
Heutige Reflektoren und innovative Oberflächenbehandlung erlauben effizientere Leuchten.
bis zu –30 %
Nutzung von Tageslicht
Die heutigen Tageslichtsteuerungen erlauben hohe Energieeinsparungen bei ausreichend Tageslicht.
bis zu –60 %
Verbesserungen bei Lichtquellen und Betriebsgeräten
Neuerungen in der Lampentechnologie (LED), Temperaturoptimierung und Verbesserungen in der Lampenphysik erlauben hohe Einsparungen.
bis zu –40 %
Berücksichtigung des Alterungsverhaltens
Die Differenz zwischen Neuwert und Mindestbeleuchtungsstärke kann durch eine dimmbare Steuerung eingespart werden (Maintenance Control).
bis zu –17 %
Berücksichtigung der Raumnutzung
Mit Bewegungsmeldern oder Zeitsteuerung kann Licht besser an die Nutzungszeit angepasst werden.
bis zu –25 %
 
2. Verbesserung der Ergonomie Potenzial
Steigerung der Produktivität
Nach verschiedenen Studien kann die Produktivität durch eine bessere Lichtlösung deutlich gesteigert werden (z. B. Studie der TU Illmenau, AIF-Nr. 9955).
hoch
Reduktion der Fehler
Nach verschiedenen Studien kann die Fehlerrate durch eine bessere Lichtlösung minimiert werden (z. B. Studie der TU Illmenau, AIF-Nr. 9955).
hoch
Steigerung der Wachheit
Die Physiologie des Menschen wird schrittweise entschlüsselt und erlaubt eine optimale Abstimmung der Beleuchtung auf den Menschen
(z. B. Dissertation Susanne Fleischer, ETH Zürich).
hoch
Steigerung des Wohlbefindens
Das Wohlbefinden kann durch angenehme Helligkeiten und individuelle Steuerung positiv beeinflusst werden (z. B. Light Right Consortium).
hoch
 
3. Verbesserung der Wartungsbedingungen (Personaleinsatz für Reinigung, Wartung und Überwachung) Potenzial
Verlängerung des Wartungszyklus
Die Lebensdauer von Lampen hat sich die letzten Jahre deutlich erhöht.
bis zu +50 %
Reduktion der Wartungskosten
Moderne Leuchten sind häufig geschlossen und erlauben eine vereinfachte Reinigung.
bis zu –30 %
Automatisierung von Anlagenüberwachung
Facility Management Tools erlauben heute automatische und zentrale Anlagenüberwachung. Die Lebensdauer von modernen Lichtquellen,
besonders die von LED ist deutlich erhöht.
bis zu –80 %
Einsparung von Energie
Einfache Reinigung von Leuchten und Erhöhung des Wartungszyklus führt zu einer Reduktion der notwendigen Leuchtenanzahl und spart somit Energie.
bis zu –20 %
 
4. Weitere Argumente
Verbesserung von Umweltfaktoren
WEEE und RoHS sind heutige Voraussetzungen für den Leuchtenbau. Die Belastungen sind reduziert (z. B. Blei/Cadmium).
Stand der Technik
Aktuelle Lichtlösungen entsprechen dem aktuellen Stand der Technik und der verbesserten Normensituation in der Beleuchtung.