Lux Richtwerte für Wohnräume (innen/aussen)

Aufgrund vieler Nachfragen zum Thema Beleuchtungsstärke in Wohnräumen haben wir Ihnen nachfolgend einige nützliche Informationen zusammengestellt. Gerne hilft Ihnen unser Kundendienst bei Ihrer Suche die richtige Beleuchtung zu finden.

Watt oder Lumen - wie erhalte ich die richtige Beleuchtungsstärke?

Siehe auch:
- Lux Richtwerte für Beleuchtung von Arbeitsstätten
- Lux Richtwerte für Arbeitsstätten im Freien
- Lux Richtwerte für Pflanzen
- Lux Richtwerte für Sportstätten

Aufgaben und Gütemerkmale der Wohnraumbeleuchtung
Die Beleuchtung eines Wohnraumes ist primär dazu gedacht, gute Sehbedingungen zu schaffen. Daneben beeinflusst die Beleuchtung je nach Qualität das psychische wie physische Wohlbefinden des Menschen. Um dies zu erreichen muss die künstliche Beleuchtung dem Spektrum des Tageslichtes entsprechen. Rein quantitative Werte ("viel Licht") geben keine Anhaltspunkte auf die Güte der Beleuchtung. Eine qualitativ hochwertige Beleuchtung zeichnet aus, dass sie auf den jeweiligen Wohnraum und dessen Nutzung abgestimmt ist. Im Neubau und bei der Sanierung kann eine frühzeitige Planung mit Kosten verbundene Änderungen in bereits fertiggestellten Räumen verhindern.

Für die Innenraumbeleuchtung bestehen einschlägige Normen. Daneben gibt es vier Hauptkriterien, nach denen die Güte einer Beleuchtung beurteilt wird:
- Beleuchtungsstärke und Helligkeitsverteilung
- Blendungsbegrenzung
- Lichtrichtung und Schattigkeit
- Lichtfarbe und Farbwiedergabeeigenschaften

Die Beleuchtung wird, je nach Aufgabe, eingeteilt in Allgemeinbeleuchtung, Arbeitsplatzorientierte Allgemeinbeleuchtung und Einzelplatzbeleuchtung. Die gleichmässige Ausleuchtung von Räumen wird durch die Allgemeinbeleuchtung erzielt. Durch sie werden im ganzen Raum gleichmässige Sehverhältnisse erzielt. Bei der Arbeitsplatzorientierte Allgemeinbeleuchtung werden einzelne Raumzonen unterschiedlich stark ausgeleuchtet. Dadurch werden in den jeweiligen Zonen verschiedene Sehverhältnisse erreicht. Die Einzelplatzbeleuchtung dient dazu, wenn nicht der ganze Raum gleichmässsig ausgeleuchtet wird, sondern nur bestimmte Bereiche zur Allgemeinbeleuchtung eine separate Beleuchtung erhalten.

Leuchtmittel für den Wohnbereich
Bei der Auswahl der Leuchtmittel für die Wohnraumbeleuchtung sind die Lichtfarbe, der Lichtstrom und die Farbwiedergabeeigenschaften zu berücksichtigen. Fragen der Energieeffizienz bzw. der Lichtausbeute und der Wirtschaftlichkeit gewannen im Laufe des 20. Jahrhunderts an Bedeutung. Zur Beleuchtung von Wohnräumen empfiehlt es sich heute nur noch LED-Leuchtmittel (reine LED-Leuchtmittel oder auch bekannt als Retrofit-Leuchtmittel). Bei LED-Leuchten dient der Leuchtenkörper zudem häufig als Kühlkörper der LEDs. Alle weiteren Eigenschaften der Leuchte wie etwa Lichtlenkung, Entblendung bzw. Blendungsbegrenzung oder mechanischer Schutz des Leuchtmittels sind zweckbestimmt möglich oder nötig.

Beleuchtungsstärken für den Wohnbereich
Es gibt im Wohnbereich keine Forderungen zu Mindestbeleuchtungsstärken. Es steht die psychische und physische Lichtwirkung auf den Menschen im Vordergrund. Daher muss im Wohnbereich die Beleuchtungsstärke nicht überall gleich sein, sie kann vielmehr an die jeweilige Sehaufgabe angepasst werden. Als Auswahlhilfe kann bei der Planung die DIN 12464 Teil 1 Beleuchtung von Arbeitsstätten dienen.

Abstimmung auf die Wohnräume
In Eingängen, Treppenhäusern oder Fluren ist die Beleuchtung für einen sicheren und gefahrlosen Verkehrsablauf wichtig. In Wohnräumen, in denen gearbeitet wird, ist eine gute Beleuchtung eine der Voraussetzungen für die Erledigung der jeweiligen Aufgaben. Eine gute Beleuchtung trägt dazu bei, dass der Mensch sein Leistungspotential ausschöpfen kann, ausserdem wird einer vorzeitigen Ermüdung entgegengewirkt. Dadurch beeinflusst die Beleuchtung direkt das Arbeitsergebnis. In Wohnräumen, in welchen sich der Mensch in seiner Freizeit aufhält, spielt bei der Wahl der Beleuchtung in besonderem Masse die Behaglichkeit und Ästhetik eine Rolle.

Verkehrswege
Sämtliche Verkehrsflächen wie Treppen, Eingänge und Flure sind Gefahrenquellen im Wohnbereich. Durch eine gute Beleuchtung kann das Unfallrisiko erheblich gesenkt werden, wenn etwa Gefahrenzonen durch ausreichende und blendfreie Beleuchtung erkennbar gemacht werden. Dabei ist auch auf die richtige Schattenwirkung der Beleuchtung zu achten. Dies gilt insbesondere für längere Treppen, da eine gute Beleuchtung ein schnelles und sicheres Orientieren ermöglicht. Durch eine gezielte Beleuchtung vom oberen Treppenabsatz her lassen sich die einzelnen Trittstufen gut unterscheiden, da bei der Beleuchtung von oben nur kurze Schlagschatten entstehen.

Küche
Die Arbeitsplätze in der Küche müssen hell und gleichmässig beleuchtet werden. Dabei sorgt eine geeignete Mischung aus Tageslichteinfall und künstlichem Licht für eine gute Allgemeinbeleuchtung. Es muss bei der Positionierung der Beleuchtung darauf geachtet werden, dass Körperschatten vermieden werden. Durch LED-Deckenleuchten erreicht man die zweckmässigste Beleuchtung. Zusätzlich können Arbeitsplatzbeleuchtungen unter den Wandschränken montiert werden, welche zur Blendungsvermeidung nach vorne abgeschirmt sein sollten.Die Beleuchtung mittels lichtbündelnden Glühlampenstrahlern ist völlig unzweckmässig. Förderlich ist aber die farbliche Gestaltung der Decken und Wände. Die Decken und Wände sollten das Licht gut reflektieren und einen Reflexionsgrad aufweisen der grösser als 50 Prozent ist.

Kinderzimmer
Da das Kinderzimmer von den Kindern vielseitig genutzt wird (spielen und arbeiten), ist in diesem Raum eine helle und gleichmässige Beleuchtung erforderlich. Die Beleuchtung ist dann optimal, wenn sie ohne Blendlichtquellen oder lange und harte Schlagschatten funktioniert. Dazu eignet sich ein Lichtband über dem Fenster. Auch Deckenleuchten mit lichtstreuender Abdeckung sind hier sehr gut geeignet. Des Weiteren sind Wandleuchten gut für Kinderzimmer geeignet. Als Lampen eignen sich warmweisse LED-Lampen.Die Lampen sollten möglichst dimmbar sein.Die Beleuchtung ist so zu installieren, dass eine Verteilung des Lampenlichtes in alle Ecken erfolgt.An den Betten empfiehlt es sich eine Nachttischlampe für Lesezwecke anzubringen.

Esszimmer
Im Esszimmer sollte die Beleuchtung auf den Essplatz konzentriert werden ohne die Personen in störender Weise zu blenden. Hierzu sind von der Decke abgehängte Pendelleuchten gut geeignet. Zwischen Tischoberkante und Leuchtenunterkante sollten ca. 60 cm Abstand eingehalten werden.In grösseren Räumen ist das Anbringen von mehrlampigen Leuchten vorteilhaft. Auch mehrere einzelne Pendelleuchten können entsprechend gezielt platziert werden.

Badezimmer
Die Beleuchtung im Badezimmer ist abhängig von der jeweiligen Grösse des Badezimmers. Bei kleineren Räumen genügen oftmals zwei rechts und links neben dem Waschtisch angebrachte Spiegelleuchten.Hierfür eignen sich senkrechte stabförmige Leuchten, die mit geringem Abstand zum Spiegel angebracht werden. Ungeeignet sind in der Decke angebrachte Tiefstrahler mit engbündelnder Lichtverteilung, da sie lange und harte Schlagschatten hervorrufen. Bei grösseren Badezimmern reicht die Beleuchtung mit Spiegelleuchten nicht mehr aus. Hier ist eine helle Allgemeinbeleuchtung erforderlich. Vorteilhaft ist eine Mischung aus Tageslicht und künstlichem Licht. Neben der Beleuchtung des Badezimmerspiegels ist hier auch eine zusätzliche Fensterbeleuchtung oder eine abgeschirmte Vorhangkofferbeleuchtung erforderlich. Alternativ dazu ist auch eine Deckenbeleuchtung verwendbar.

Wohnzimmer
Die Beleuchtung im Wohnzimmer kann sich sowohl positiv als auch negativ auf die Stimmung auswirken. Deshalb müssen Anordnung und Leuchtenart sinnvoll an die Raumgrösse und die Raumausstattung angepasst werden. Blendende Effektleuchten oder andere unabgeschirmte Lichtquellen sind zu vermeiden. Ebenfalls sind engstrahlende Reflektorlampen sehr vorsichtig einzusetzen. In diesen Räumen werden eher Zierleuchten als Zweckleuchten verwendet. Eine gemütliche Atmosphäre vermitteln Steh- oder Pendelleuchten. Werden diese Leuchten mit lichtstreuenden, grössflächigen Schirmen versehen, erzielt man mit diesen Leuchten eine harmonische Helligkeitsverteilung. Eine Indirektbeleuchtung von der Wand oder Fenster her unterstützt eine hell-dunkel Verteilung. Für die indirekte Beleuchtung eignen sich warmweisse oder auch farbige LED-Streifen in Profilen. Im Wohnzimmer ist steriles, flachmattes, völlig diffuses Licht unangepasst.Ebenfalls unangenehm wirkt gebündeltes Streiflicht mit langen entstellenden Schlagschatten.

Für den Fernsehbereich sollte eine geringe Raumbeleuchtung – am besten hinter dem Fernsehgerät angebracht – verwendet werden. Die Fernsehbeleuchtung sollte sich nicht im Bildschirm spiegeln oder in der Blickrichtung liegen. Am wirkungsvollsten ist eine hinter dem Fernsehgerät angebrachte Beleuchtung (z.B. mittel LED-Streifen), die die Wand in der Umgebung des Gerätes aufhellt.

Das richtige Leselicht kommt schräg von hinten (z.B. LED Stehleuchten). Es sollen einerseits die Buchseiten gleichmässig ausgeleuchtet werden und andererseits die Umgebung nicht völlig im Dunkeln bleiben.

Arbeitszimmer
Im Arbeitszimmer richtet sich die Ausleuchtung nach der jeweiligen Tätigkeit. Bei Schreibtischarbeiten ist eine Kombination aus indirekter und direkter Beleuchtung von Vorteil. Hier sollte neben der Deckenleuchte am Schreibtisch eine zusätzliche Schreibtischleuchte vorhanden sein. Mit dieser Leuchte lässt sich das künstliche Licht individuell nutzen. Schreibtischleuchten gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Geeignete Leuchtmittel sind Leuchten mit einem hohem Farbwiedergabeindex. Leuchtmittel mit hoher Farbtemperatur (4000 Kelvin) sind empfehlenswert. Das restliche Arbeitszimmer sollte nicht zu dunkel oder völlig unbeleuchtet bleiben, um einer unnötigen Ermüdung der Augen vorzubeugen. Hier empfiehlt sich eine Deckenleuchte. Eine Orientierung an der DIN EN 12464-1 „Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen“ insbesondere bei längerdauernder Tätigkeit am heimischen Bildschirmarbeitsplatz ist zu empfehlen. Bei kleinen Räumen besteht nicht die Gefahr, dass sich die Leuchte im Bildschirm spiegeln kann. Somit kommt es auch nicht zu Reflexblendungen im Bildschirm.

Schlafzimmer
Die Beleuchtung im Schlafzimmer ist sehr differenziert zu gestalten. Zum Aufstehen oder Zubettgehen reicht eine Orientierungsbeleuchtung. Diese sollte eine Nennbeleuchtungsstärke von 20 bis 50 Lux erzeugen. Die Orientierungsleuchte ist im Fensterbereich gut angebracht. Für Aufräumtätigkeiten oder die Entnahme der Kleidung aus dem Schrank sollte die Beleuchtung stärker sein. Für die allgemeine Raumbeleuchtung oder für die Beleuchtung des Kleiderschrankinhaltes ist hier eine in Raummitte angebrachte Deckenleuchte gut geeignet. Die Leuchte sollte das Licht möglichst gleichmässig in den Raum strahlen. Vor dem Kleiderschrank kann eine Leuchtenreihe sehr nützlich sein, die eine asymmetrische Lichtverteilung hat. Die Leuchten hierfür müssen in einem Abstand von 0,9 Meter vom Schank anmontiert sein. Damit die Spiegelbeleuchtung für den Frisierspiegel nicht den Spiegel, sondern die Person vor dem Spiegel beleuchtet, können zwei Wandleuchten mit lichtdurchlässigen Spiegeln installiert werden.Die Leuchten sind seitlich neben dem Spiegel einige Dezimeter über Augenhöhe anzubringen. Zum Lesen sind Reflektorleuchten geeignet, dabei sollte die Leuchte so angeordnet sein, dass ein direkter Blick in die Glühlampe unterbunden wird. Eine elegante Note verleiht eine indirekte Beleuchtung über dem Kopfende des Bettes. Diese Beleuchtung lässt sich mit der Lesebeleuchtung kombinieren. Die jeweiligen Beleuchtungen sollten auf jeden Fall separat schaltbar sein. Ein gut reflektierender Wandbelag kann die Wirkung der Beleuchtung unterstützen bzw. optimieren.

 

Für den Wohnbereich empfohlene Beleuchtungsstärken
Räume im Wohnbereich oder Tätigkeiten im Wohnbereich Anforderung an die Sehaufgabe Empfohlene
Beleuchtungs-
stärke (Lux)
Garderobe, Flure und Treppen Orientierung 50-100
Allgemeinbeleuchtung im: Schlafzimmer, Badezimmer, Wohnzimmer, Kinderzimmer Leichte Sehaufgaben: große Details mit hohen Kontrasten 100–300
Küchenarbeiten, Hausarbeiten, Körperpflege, Wäschepflege, Lesen, Schreiben, Basteln Normale Sehaufgaben: kleine Details mit mittleren Kontrasten 300–500
Bastelarbeiten, Zeichnen, feine Handarbeiten, Nähen Schwierige Sehaufgaben: kleinere Details mit geringen Kontrasten 500–2000

 

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