Schutzbereiche für Nassraumzonen in Wohnräumen (DIN VDE 0100 - Teil 701

An die Elektroinstallation im Bad werden besondere Anforderungen gestellt. Bedenkt man die vielen Spritzwasserbereiche und die hohe Luftfeuchtigkeit ist es auch kein Wunder, dass dieser Bereich in verschiedene Schutzzonen eingeteilt wird. Die Schutzzonen reichen vom Wannen- bzw. Duschtassenbereich bis 3 m darum herum. Diese definieren, welche Anforderungen die elektrischen Anlagen und Leitungen erfüllen müssen, damit sie in den jeweiligen Bereichen überhaupt verlegt oder zum Einsatz kommen dürfen.

Hinweis: Zugegeben, für den Heimwerker ist das eine Fülle an Informationen, die die Planung der Elektroinstallation für ein ganzes Badezimmer schon fast unmöglich erscheinen lässt. Diese Information sollen daher zunächst über die wichtigsten Anforderungen und absoluten No-Gos informieren, sodass es im Falle einer Renovierung zu keinen bösen Überaschungen kommt.

 

Bereich 0
Der Schutzbereich 0 ist definiert als der Bereich innerhalb der Badewanne oder Duschtasse. Der Rand gehört zu diesem Bereich dazu! Innnerhalb des Schutzbereichs 0 dürfen sich weder Leitungen noch Installationsgeräte befinden. Zulässig hingegen sind Verbrauchsmittel (Lampen, etc.), wenn diese nach Herstellerangaben für die Bereiche zugelassen sind, sie fest angeordnet und fest angeschlossen sind, mit AC 12 V oder bis DC 30V in SELV arbeiten und die Stromquelle für SELV ausserhalb der Bereiche 0, 1 und 2 errichtet wird.

Zulässige elektrische Installationen innerhalb des Schutzbereiches müssen der Schutzklasse IPX7 entsprechen.


Bereich 1
Dieser Bereich umfaßt die den Bereich 0 umschliessenden senkrechten Flächen bis zu einer Raumhöhe von 2,25 m. Die Grenze nach unten bildet der Fussboden. In diesem Bereich zulässig sind Verbindungs- und Anschlussdosen für zulässige Verbrauchsmittel mit Nennspannung bis AC 25 V oder bis DC 60 V in SELV- oder PELV-Stromkreisen. An Verbrauchsmitteln sind zugelassen: Wassererwärmer (Boiler), Whirlpool und Abwasserpumpen, Geräte mit SELV oder PELV (bis AC 25 V oder DC 60 V) wie Lüftungen und Leuchten, sofern die Stromquelle für SELV und PELV außerhalb der Bereiche 0 und 1 errichtet wird.

Zulässige Verbrauchsmittel  müssen der Schutzklasse IPX4 entsprechen und wie in Schutzzone 0 fest angeordnet und fest angeschlossen sein. Die elektrischen Zuleitungen zu diesen Geräten sind immer senkrecht (von oben nach unten oder umgekehrt) zu verlegen. Transformatoren müssen sich ausserhalb der Bereiche 0 und 1 befinden!


Bereich 2
Dieser als Sprühbereich bezeichnete Schutzbereich umfasst einen 60 cm breiten Streifen um den Bereich 1. Die Grenze nach unten bildet der Fussboden. In diesem Bereich zulässig sind, ähnlich wie in Bereich 1, Verbindungs- und Anschlussdosen für zulässige Verbrauchsmittel mit Nennspannung bis AC 25 V oder bis DC 60 V in SELV- oder PELV-Stromkreisen, aber auch Rasiersteckdosen mit Trenntransformator.

An Verbrauchsmitteln sind alle fest angeordneten und fest angeschlossenen Geräte mit FI-Schutz und Schutzart IPX4 zugelassen. Bei Duschen ohne Wanne entfallen die Bereiche 0 und 2.


Bereich 3
Der letzte Schutzbereich beinhaltet alle Flächen mit einer Tiefe von 240 cm rund um den Schutzbereich 2. Die Installation von Steckdosen und Schaltern ist in diesem Bereich wieder erlaubt. Selbst die Installation von Verbindungsdosen ist gestattet. Einzige Voraussetzung ist das Vorhandensein einer FI-Schutzeinrichtung. Die ist mittlerweile aber in jeder modernen Installationen zu finden. Vorsicht allerdings im Altbau!


Badezimmerbeleuchtung
Sind die Anforderungen für Versorgungsleitungen, Steckdosen und Schalter durch die Bereiche gut definiert, stellt sich die Frage, wie es oberhalb der Schutzzonen aussieht. Kann eine 230V-Deckenleuchte überall installiert werden? Grundsätzlich ja, denn oberhalb einer Raumhöhe von 225 cm gelten keine Einschränkungen für Leuchtmittel jeglicher Art. Würde aber eine 230-Volt-Lampe von der Zimmerdecke in den Bereich 1 herunterreichen (< 225 cm), so wäre dies nicht zulässig! Zugelassen hingegen wären 12-Volt-Systeme, sofern sie gegen direktes Berühren geschützt sind. Üblicherweise wird aber über dem Bereich 1 grundsätzlich kein 230-Volt-Deckenanschluss geplant. Hier sollte ein isoliertes 12-Volt-System eingesetzt werden, das für diesen Bereich freigegeben ist. Aber Achtung! Blanke Schienen- oder Seilsysteme sind fehl am Platz und nicht zugelassen!


Fazit
Die Installationszonen im Bad sind stark reglementiert, somit ist die Elektroinstallation im Badezimmer mit Sicherheit nicht leicht. Die Anforderungen sind durch viele verschiedene Normen und Regelwerke komplex definiert. Bedenkt man aber, dass die eigene Gesundheit und die Vermeidung von Unfällen im Vordergrund steht, so wird einem schnell bewusst, dass die Steckdose direkt neben der Badewanne vielleicht praktisch, das Risiko eines Stromunfalls aber deutlich erhöht wäre. Um auf Nummer Sicher zu gehen, wäre es daher ratsam, sich bei der Planung, aber auch bei der Erweiterung der Installation den einen oder anderen Rat vom Fachmann zu holen. Auch wenn die Arbeiten am Ende selbst durchgeführt werden.
 

  Verbindungs- u. Anschlussdosen Leitungen, Schalter, Steckdosen Lampen Geräte Schutzart
Bereich 0
keine nein AC 12V fest angeschlossen keine erlaubt IPX7
Bereich 1 AC 12V oder DC 30V in SELV nein AC 25V fest angeschlossen Boiler, Whirlpool, Lüfter und Abwasserpumpen IPX5, IPX4
Bereich 2 AC 25V oder DC 60V in SELV nein ja fest angeschlossen mit FI-Schutz Waschmaschine IPX4
Bereich 3 AC 250V ja (FI) ja ja IPX1

 

 

Anwendungen für Leuchten höherer Schutzart
feuchte Bereiche
Backbetriebe IPX1 generell gilt: IPX5: bei Strahlwasserreinigung und bei IPX4: in Spülbereichen
Düngerschuppen
Futterküchen
Großküchen
Kesselhäuser
Kfz-Werkstätten IP20
Kornspeicher IPX1
(Tief-)Kühlräume
Pumpenräume
Spülküchen
Waschküchen
 
nasse Bereiche
Bier-, Weinkeller IPX4 generell gilt: IPX5: bei Strahlwasserreinigung
Duschecken
fleischverarbeitende Betriebe
galvanische Betriebe
Gewächshäuser
Molkereien
Nasswerkstätten
Wagenwaschräume
 
landwirtschaftliche Betriebe
Bier-, Weinkeller IP44 generell gilt: IPX5: bei Strahlwasserreinigung und bei IP44+FF: als feuergefährlicher Betrieb
Duschecken
Lager, Vorratsräume für Heu, Stroh, Futter
Intensivtierhaltung
Ställe
Nebenräume von Ställen
 
feuergefährdete Betriebsstätten
Arbeitsräume IP50  
Holzbearbeitung
Sägewerke
Papierbearbeitung
Textilbearbeitung
Verarbeitung
 
Turn- und Sporthallen
Badminton-Hallen IP20 ballwurfsichere Leuchten, ballwurfsichere Leuchten mit geschlossener Abdeckung; maximale Maschenweite 60 mm
Squash-Hallen
Tennis-Hallen
Turn- und Sporthallen